SVP-Werber Segert: Ein besonderer Gast

Der Andelfinger Werber Alexander Segert soll laut «Spiegel» hinter der millionenschweren Werbekampagne für die AfD stecken. Der Erfinder des Messerstecher-Inserats geht auch im Bundeshaus ein und aus.

Schon bei den Wahlen in Baden-Württemberg hatten deutsche Medien gerätselt und spekuliert, wer wohl hinter der massiven Werbekampagne der Alternative für Deutschland (AfD) steht, respektive für die rechtspopulistische Partei das notwendige Geld aufwirft. Nach dem Wahlerfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern scheint der «Spiegel» einer Lösung des Rätsel mindestens näher gekommen zu sein: Auf einer Wahlparty der AfD in Berlin sichteten «Spiegel»-Reporter Alexander Segert, Inhaber der Dübendorfer Werbeagentur Goal AG. Segerts Firma soll nach «Spiegel»-Angaben das Boot für die Wahlparty gemietet haben. Zudem soll die Goal AG in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin mehrere Hundert Plakatflächen gebucht haben. Kostenpunkt laut einem Insider: weit mehr als 200 000 Euro.

Gegenüber dem «Spiegel» wollte sich Alexander Segert nicht zu seiner Rolle bei der AfD äussern. Der gebürtige Deutsche hat es aber auch bei einem anderen Engagement lieber etwas diskret. Segert hat vom Zürcher SVP-Nationalrat Alfred Heer einen Zutrittsbadge zum Bundeshaus erhalten. Für wen er lobbyiert, legt er nicht offen, sondern meldete sich als «Gast» an.

Dabei ist Segert auch in der Schweizer Lobbyisten- und Werber-Szene kein unbeschriebenes Blatt: Er ist bekannt für seine unziemperlichen Werbekampagnen für die SVP, etwa zur Masseneinwanderungsinitiative. Auch die Plakate zur Minarettsverbot-Initiative und das legendäre Messerstecherinserat stammten aus seiner Feder. Und Segert bietet auf seiner Firmen-Website explizit «Lobbying» und «politische Kommunikation» an – beides Aktivitäten, für die ein Zutrittsbadge zum Bundeshaus (und somit direkt zu Parlamentsmitgliedern) Gold wert sein kann. Weil er sich weigerte, seine Auftraggeber offenzulegen, wurde er im Frühsommer von der Schweizerischen Public Affairs Gesellschaft ausgeschlossen.

Gegenüber Lobbywatch autorisierte Alexander Segert Ende August die wenigen über ihn bekannten Lobby- und Geschäftsverbindungen. Auf eine neuerliche Anfrage, weshalb er seinen Beruf gegenüber den Parlamentsdiensten nicht offenlege, reagierte der Werber und Lobbyist nicht mehr.

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